(Soul Talk) Meine Jugend mit Linkin Park, der Tod von Chester Bennington (20.07.) und eigene Ansprachen



Es ist heute mal eine ganz andere Art von Beitrag, die Schrift auch absichtlich in schwarz gehalten, denn die Nachricht, dass Menschen, noch dazu Celebrities die Welt verlassen ist nichts Neues und der normale Gang des Lebens für uns alle. Aber hier ist es einfach ein bißl was anderes.
Zum einen habe ich meine Jugend mit dieser Musik verbracht und auch mit durch deren Song 'One Step Closer' meine vollends ungebändigte Begeisterung für die Rock, Alternativ Rock Musik gefunden.

Richtig berührt haben mich viele viele ihrer Texte über all die Jahre hinweg, abgerundet mit den Vokalisten Einlagen war es für mich einfach perfekt.
Wo viele sagen, es ist Krach und Geschreie, finde ich tieferen Sinn in den Texten... Verständnis, Wiedererkennung, teilweise Aussagen und Ja, teilweise die Sprache, die ich so im Ausdruck unterschreiben würde!
Beim Song 'One Step Closer' war ich zuerst hin und weg, die Aufmachung, das Video und auch nicht zu vergessen wieder dieser Text.
Jeder kann ja bestimmte Texte mit seinen eigenen Geschichten verknüpfen und empfindet dann eine Art Verarbeitung dadurch.

Das die Texte nicht einfach nur so daher geschrieben sind, das merkt man recht schnell, wenn man einfach mal lauscht und genauER hinhört.
Meine Wiedererkennung habe ich gefunden beim Song Crawling... warum?


kostenloses Bild von pixabay


Eine eigene Geschichte, nicht genau dieselbe. Aber wie oft habe ich gesessen und geweint. Wie sehr habe ich versucht, mich unter einer dicken Schicht von Makeup, dick schwarz umrandeten Augen zu verstecken, eine Maske zu tragen, in schwarz gekleidet, um zu verbergen wie es in mir aussieht, was grad los ist. Wie oft habe ich mich gefühlt, als sei ich gefangen, als würde ich allein und klein kriechend am Boden sein.
Man kann es nicht nachvollziehen. Ich erinnere mich zurück und weiß es noch ganz genau, nur wusste ich damals nicht, mit wie viel Kraft ich doch ausgestattet bin und was meine damals jugendliche Seele doch imstande war auszuhalten (das würde noch stark auf die Probe gestellt werden) und wie stark ich eines Tages daraus hervorgehen würde.

Ja, ich habe damals unter Depressionen gelitten, war mir dessen nur noch nicht bewusst, hatte keinerlei Erfahrung, wusste nur tief in mir, dass schon länger etwas nicht stimmte - so war ich der Meinung. Das ich aber mehr mitbekam, als wohl viele andere in meinem Alter konnte ich noch nicht sehen, wie gesagt ich verstand noch nicht was los war. Ich hatte eben schon in frühen Jahren eine feinfühligerE Art, eine sensibleRE, genauer gesagt "Ich war und bin Hochsensibel!"

Heutzutage => Ja, na und wo ist das Problem?! Ich merke zumindest was um mich herum 'abgeht', während die Welt sich immer schneller dreht und viele es gar nicht mehr mitbekommen oder auch gar nicht wollen und sich lieber zu dröhnen!

*Umso trauriger finde ich es, dass alle Welt von dem Tod von Chester Bennington berichtet und es wird auch bisher überall erwähnt, er sei depressiv gewesen, habe Probleme mit Drogen/ Alkohol gehabt, war in psychologischer Behandlung und er selber hatte auch das eine oder andere (wie die Medien es wiedergeben) selber gesagt in einem Interview.

Es wird geschrieben: "Er hatte die Schnauze voll von der Welt, wollte nichts mehr machen, wollte niemanden mehr sehen" - sei als Kind missbraucht worden...

*Und doch wird noch viel zu wenig über Depressionen, Selbstmord/ Suizidgedanken, Burn-out usw. aufgeklärt.
Warum ist es immer wiederkehrend, dass sich über die Herbst und Winterzeit immer mal wieder jemand vor die S-Bahn wirft? - Personenschaden heißt es dann...
Oft genug habe ich es die Jahre über mitbekommen, wenn es nicht weiter ging und immer wieder saß ich in Gedanken in der Bahn und fragte mich, was wohl der Auslöser dafür gewesen sein mag.
Bei vielen unter der Depression leidenden Menschen tut die dunkle Jahreszeit ihr übriges, wissenschaftlich bewiesen ist es auch, dass sich zur Sommerzeit die Sonne positiv auf unseren Melatoninhaushalt (Hormone) auswirkt - im Winter kommt es hingegen zu einer ansteigenden Melatoninproduktion, welche unseren Organismus auf 'Schlaf stellen', genau wie beim Igel oder Murmeltier, die dann in einen Winterschlaf fallen. Aber dies nur so am Rande.

Es sind komplexe Themengebiete, die auch in der heutigen Gesellschaft 'platt gemacht' werden.

" Wer schwach ist, den brauchen wir nicht!"
" Wer zum Psychologen geht, ist doch nicht ganz richtig im Kopf!"
" Wer kein dickes Fell hat, hat es schwerER, was kümmert mich das!"
" Wer nicht am laufenden Band wie ein Roboter funktioniert, der wird ausgetauscht, so jemanden sei nicht belastbar in dieser Gesellschaft!"
" Wer etwas zu 'verarbeiten' hat ist schwach und niemand möchte heutzutage schwache Menschen!"
...
...
Ich könnte noch unendlich viele gelesene, sowie ausgesprochen gehörte Aussagen aufzählen.


Früher als es die Worte 'Burn-out' oder 'Depression' noch nicht gab, hatte mein Migräne oder man war verstimmt!

Einfach viel zu vielen fehlt das wirklich offene Ohr, sich den Themen zu stellen, verstehen zu wollen anstatt schnell zu BE- oder VERurteilen. Man kann keine der wirklich ernstzunehmenden Krankheiten in ein paar Sätzen erklären, denn jeder hat im Leben seine eigene Geschichte, seine eigenen Auslöser, hat seine eigene Tragweite.

Es ist sehr tragisch, wenn der letzte Ausweg aus alle dem das gewählte Ende ist. Wenn es zudem einen Bekannten betrifft, den man leibhaftig viele Jahre über kannte, dann ist es einfach ein Schockzustand in dem man hängen bleibt, so habe ich es erlebt und eine ganz lange Zeit immer wieder durchgespielt:


Warum? Musste das sein? War das wirklich, dass was du wolltest? Hätte es nicht eine andere Lösung gegeben?

Die Zeit vergeht und man hat das Gefühl, als sei man inmitten der sich bewegenden Welt und steht still. Eine Art Trauma würde ich es beschreiben, dem vorausgehend eine tiefsitzende seelische Erschütterung, was die Seele nicht einfach so ohne weiteres verarbeiten kann.

So hat man vielleicht mal ansatzweise eine Vorstellung davon, wie es evtl. den ihm nahegestandenen Menschen gehen wird/ geht...


Die Zeit heilt alle Wunden wird oft gesagt, aber ich stimme dem nicht zu, denn das 'unangeschaute', unangetastete, unbearbeitete in der Seele wird nicht vergessen. Man braucht die Zeit zum trauern, zum begreifen, zum loslassen und diese sollte man sich auch nicht nehmen (lassen)!
Sonst wird nichts geheilt, ganz im Gegenteil die Seele nimmt unterbewusst immer mehr auf, der Berg wird immer größer, immer schwerer zu verarbeiten, es schwächt die Seele ungehemmt und wenn es 40 Jahre oder mehr dauert, irgendwann kommt der Punkt wo es sich durch körperliche Beschwerden bzw. Krankheiten bemerkbar macht und den Körper schwächt, als wollte es anklopfen uns sagen:
"Hallo, ich bin noch hier JETZT SCHAU MICH ENDLICH AN oder ich schicke dir NOCH MEHR, BIS DU MICH BEACHTEST UND MIR DEINE AUFMERKSAMKEIT SCHENKST!

Das mag für einige von Euch schräg, witzig, ja vielleicht sogar völlig unverständlich oder irre klingen, es ist aber so. Ich möchte hier und heute nicht genauer darauf eingehen, nur so viel sei gesagt, ich möchte solche Themen hier nach und nach klarer aufzeigen und beim Namen nennen und erklären, soweit ich es kann und das aus eigenen mir bekannten Dingen/ Erfahrungen.

Jetzt habe ich so viel beschrieben und die Welt ist schockiert über seinen Tod, seine Familie bleibt zurück und trauert, aber für die Medien ist es eine Story die bald abklingt und dann kommt die nächste. So wirklich interessieren und aufklären über Themen die für uns alle wichtig sind (wer nicht möchte, kann sich immer noch davor verstecken), das ist nicht an der Tagesordnung?
So ist immer und immer wieder mein Eindruck, leider.

Ich für meinen Teil finde es traurig und immer wieder frage ich mich, kann es das sein? Wie tief verzweifelt muss jemand sein, um diesen Schritt zu vollziehen?




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